1. Tag der Kärntner Verkehrssicherheit

LR Gruber und LR Zafoschnig präsentieren 10-Punkte-Maßnahmenplan für mehr Motorrad-Sicherheit in Kärnten – Safe Ride-Safe Life Kampagne, um gefährliche Motorradstrecken zu entschärfen

KLAGENFURT. In Kooperation von Straßenbau- und Mobilitätsreferat wollen die beiden zuständigen Landesräte Martin Gruber und Ulrich Zafoschnig gemeinsam Initiativen setzen, um die Sicherheit auf Kärntens Straßen zu erhöhen. Unter dem Motto „Bewusst sicher – für mehr Sicherheit auf Kärntens Straßen, werden sowohl bauliche Maßnahmen als auch Aktionen zur Sensibilisierung in Angriff genommen. „Wir haben den 16. Juli zum Tag der Kärntner Verkehrssicherheit ernannt, um Bewusstsein zu schaffen für dieses wichtige Thema“, so Gruber heute, Montag, bei einer Pressekonferenz. Rund um diesen Tag soll in Zukunft regelmäßig über Sicherheitsthemen im Straßenverkehr informiert werden. Als erster Schwerpunkt wurde eine Kampagne für mehr Motorradsicherheit präsentiert.

„Sieben tödlich verunglückte Motorradfahrer heuer und die steigenden Zahlen in der Unfallstatistik sind nicht alleine auf die Risikobereitschaft der Lenker zurückzuführen. Motorradfahrer sind vielen Risikoquellen ausgeliefert, die sie und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Diese zu erkennen und durch gezielte Maßnahmen zu entschärfen, ist Schwerpunkt der Verkehrssicherheitskampagne Safe Ride-Safe Life“, so Mobilitätsreferent Zafoschnig. Gemeinsam mit Kooperationspartnern wie der Polizei Kärnten, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit sowie ÖAMTC und ARBÖ präsentierten die beiden Landesräte einen 10-Punkte-Plan, der in den kommenden Wochen und Monaten umgesetzt wird.

Um Gefahrenstellen zu entschärfen, sollen u.a. Leitsysteme in Kurvenbereichen optimiert werden, indem Metall- durch Kunststoffsteher ersetzt und spezielle Leitmarkierungen angebracht werden. „Es kommt hier eine Spezialfolie zum Einsatz, die bereits auf der Soboth, einem Gefahren-Hot-Spot in Kärnten, verwendet wurde und sich positiv auf die Unfallstatistik ausgewirkt hat“, informierte Straßenbaureferent Gruber. Weiters sollen überall, wo für Motorradfahrer relevante Fahrbahnschäden, wie Randabsenkungen oder Längsrillen, bestehen, umgehend Sanierungen durchgeführt werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Verbesserung der Griffigkeit der Fahrbahnoberfläche gelegt. Kärntenweit werden die Straßenmeistereien außerdem sichtbehindernden Bewuchs von Böschungsflächen im Kurvenbereich entfernen, um die Sichtweiten zu verbessern.

Sechs Routen mit einer Gesamtlänge von 430 Kilometer wurden im Rahmen einer Blickfeld- und Streckenanalyse auf Gefahrenquellen hin untersucht. Ein klares Ergebnis daraus ist die automatisch falsche Prioritätenreihung der Lenker beim Erkennen von Objekten. „Helle Bereiche, Bewegungen und auffällige Objekte werden automatisch früher erkannt und dadurch Unfallgefahren übersehen. Richtiges Sehverhalten und optimierte Blickstrategien – wie die gerade Kopfhaltung – sollen frühzeitig in der Lenkerausbildung vermittelt werden“, so Zafoschnig zur Sensibilisierungs-Maßnahme für bewusst sicheres Fahren.

Evaluiert wurden bei diesen Testfahrten auch Navigationslücken als besondere Gefahrenquellen bei Kurven. „Ohne ausreichende Navigation sind Lenker orientierungslos und Unfälle vorprogrammiert. Daher werden an den Gefahren-Hot-Spots Tafeln mit Signalwirkung angebracht, die die entscheidenden Stellen entschärfen sollen. Vorgesehen sind dafür bekannte Straße mit Risikopotential wie die B99 Katschberg Straße zwischen Spittal und Seeboden, die B69 Südsteierische Grenzstraße auf der Soboth und an der B95 der Turracher Straße zwischen Saureggen und Turrach“, erläuterte Zafoschnig. Der heute präsentierte breite Zusammenschluss und all die Bemühungen verfolgen das Ziel, die Verkehrssicherheit in Kärnten zu erhöhen. Entscheidend sei dabei auch die Eigenverantwortung der Lenker. „Regelmäßiges Fahrtraining, technische Überprüfungen des Fahrzeuges – besonders vor der ersten Ausfahrt – sind unverzichtbar, um sicher und unfallfrei auf Kärntens Straßen unterwegs zu sein“, so Zafoschnig.

Auch für die Exekutive ist Motorradsicherheit ein wichtiges Thema, wie Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß betonte. „Da jeder Unfall einer zu viel ist und oftmals mit großem persönlichem Leid einhergeht, werden wir auch weiterhin bis zum Ende der Zweiradsaison verstärkt auf sichtbare Präsenz auf ausgewiesenen Motorradstrecken setzen. Zudem kommen zukünftig vermehrt Zivilfahrzeuge zum Einsatz, um Hochrisikolenkern habhaft zu werden“, sagte sie. Ihre Fortsetzung sollen laut der Landespolizeidirektorin auch die bundeslandübergreifenden Schwerpunkttage mit Tirol, Salzburg und der Steiermark finden. Damit könnten bei Motorradfahrern beliebte länderübergreifende Strecken, beispielsweise über den Katschberg, die Turrach, die Soboth oder die Großglockner-Hochalpenstraße in ihrem gesamten Verlauf sichtbar überwacht werden. Maßgeblich für die Unfallverhütung sei aber auch die Bewusstseinsbildung bei den Motorradlenkern selbst. „Ein breiter Schulterschluss, wie sie diese Kampagne, getragen von der Exekutive, dem Land Kärnten, den Autofahrerclubs und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, darstellt, kann in dieser Hinsicht sehr viel Positives bewirken“, so Kohlweiß.

Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zeigte das Unfallreduktionspotential bei Motorradunfällen auf. „Rund 20 Prozent aller Verkehrstoten sind Motorradfahrer. Umso wichtiger sind daher verkehrstechnische Verbesserungen, wie etwa die Ausweitung der Bodenmarkierungen in Linkskurven. Hier besteht großes Potential, die Verkehrssicherheit durch viele kleine Verbesserungen auf den Straßen zu erhöhen.“

10-PUNKTE-PLAN SAFE RIDE – SAFE LIFE:

1. Blickfeld und Streckenanalyse
2. Gefahren-Hot-Spots entschärften
3. Bewusstseinsbildung
4. Leitsysteme im Kurvenbereich
5. Bodenmarkierungen optimieren
6. Fahrbahnsanierung
7. Verbesserung des Sichtfeldes
8. Technische Kontrollen
9. Fahrtraining
10. Länderübergreifende Aktionen

2018-07-17T09:24:18+00:00 16. Juli 2018|