Club-Gespräch der ÖVP: „Lebensmitteln wertschätzen“

Wird unser tägliches Brot zum Luxusgut? Angesichts des Krieges in der Ukraine und den drohenden Engpässen in Lieferketten machen sich viele Sorgen um die Versorgungssicherheit. Und: Auf Einladung von ÖVP-Clubobmann Markus Malle gingen Experten im Club-Gespräch im Klagenfurter Seepark dieser Frage nach. Der Gremialobmann für Agrarhandel, Rudolf Grünanger, der Präsident der österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie, Jochen Kantelhardt, und die Direktvermarkterin Stefanie Ofner stellten einhellig fest: „Unsere Versorgung mit Lebensmitteln ist derzeit gesichert.“

Gänzlich sorgenfrei könne man dennoch nicht in die Zukunft blicken, führten die Experten aus. Hält die Krise an, können Probleme in der Gasversorgung zu Engpässen führen, denn: Die Produktion von Lebensmitteln ist auf Gas angewiesen, wie Kantelhardt erklärt. Ebenso sieht Grünanger Herausforderungen auf uns zukommen: „In der Lebensmittelindustrie arbeiten viele ausländische Arbeitskräfte“, sagt er. „Sollten Grenzen – aus welchem Grund auch immer – geschlossen werden, kann es hier zu Schwierigkeiten kommen, ebenso wie in der Logistik.“ Vor allem Grünanger mahnt zu konsequentem Krisenmanagement. Einlagerung von Gas sei zwar beschlossen, aber: „Es gibt noch keine Priorisierung, wer dieses Gas bekommen soll“, kritisiert er. „Bleibt für die Lebensmittelproduktion wenig übrig, stehen die Betriebe und können nicht liefern.“

Entscheidend für ein Mindestmaß an Unabhängigkeit ist der Kauf von saisonalen und regionalen Produkten. Darüber sind sich die Experten einig. „Wir brauchen mehr Wertschätzung und mehr Wertschöpfung für unsere Landwirte“, fordert Malle von der Gesellschaft ein. Ofner weiß als Bergbäuerin, dass „viele bereits in der Pandemie die heimischen Lebensmittel und damit auch die Kärntner Landwirtschaft zu schätzen gelernt haben“. Dieses Bewusstsein müsse man weiter stärken.Dafür sei es auch notwendig, dass das „Geld unterm Strich beim Bauern ankommt“. „Kosten für Betriebsmittel sind zum Teil um 50 Prozent gestiegen“, erklärt Ofner. „Die höheren Preise kommen aber nicht beim Bauern an.“ Grünanger weiß, warum dies schwer erreichbar ist. „Das liegt an der Machtverteilung zwischen Handel und Landwirtschaft“, sagt er klar. Und Kantelhardt mahnt mehr Verständnis zwischen Bauern und Händlern ein.

„Es liegt an uns“, bringt ÖVP-Landwirtschaftssprecher Christian Benger ein, „wir müssen nur schauen, was in unseren Kühlschränken ist und entsprechend einkaufen.“ Die Teuerungen stehen dem aber scheinbar entgegen. Ofner: „Jeder hat ein Smartphone und fährt mehrmals im Jahr auf Urlaub – für Essen wollen manche aber kein Geld ausgeben.“ Dass die aktuell hohen Preise dem regionalen Einkauf entgegenstehen, lässt Grünanger nicht gelten. „Der Warenkorb ist aktuell um acht Prozent teurer“, erklärt er. „Durchschnittlich bedeutet das, ein Haushalt hat um einen Prozent weniger Einkommen zur freien Verfügung.“

Klar sei auch, wie Malle ausführt, dass Familien in den 50er Jahren rund die Hälfte ihre Einkommens in Lebensmittel investiert haben, heute sind es lediglich zwölf Prozent. Deshalb appelliert Malle: „Wir müssen den Landwirten wieder mehr Wertschätzung und Wertschöpfung geben.“

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